Altpapiersortieranalyse am Standort der Energie AG

21.08.2020

In Österreich werden dieses Jahr bundesweit einheitliche Sortieranalysen in der gemischten Altpapiersammlung (rote Tonne) durchgeführt, um die tatsächlichen Kartonagensammelmengen realistisch abzubilden.

Aufgrund der Zunahme der Online-Bestellungen ist davon auszugehen, dass der Anteil dieser Papierverpackungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Im Sinne der Produzentenverantwortung müsste dies auch eine Anpassung des Finanzierungsanteils der Sammel- und Verwertungssysteme an dieser Sammlung bewirken.

Im Juli und August wurden in einzelnen Bezirken Proben aus Altpapiercontainern von Haushalten und dezentralen Containersammelstellen, nach einem von der Universität für Bodenkultur statistisch korrekt ermittelten Probenahmekonzept, entnommen. Eine Probe, die etwa 350 kg wiegt, besteht dabei aus mehreren Einzelstichproben. Nachdem die Altpapier-Probenahme abgeschlossen war, ging es an die Sortierung der rund 6 Tonnen Altpapier.

Am Sortierstandort bei der Energie AG wurden die Säcke geöffnet und der Inhalt nach 13 Fraktionen sortiert. Getrennt wurde unter anderem nach Papier, Pappe, Karton, Druckerzeugnisse, Bücher und Fehlwürfe. Die Gruppe Fehlwürfe umfasst hierbei Getränkeverbundkartons, sonstige Papier-Materialverbunde, Kunststoff und sonstige Fehlwürfe. Zudem gibt es eine Restfraktion. Diese beinhaltet jene Stoffe, die nicht eindeutig zuordenbar sind. Je nach Fraktion wurden die Inhalte der Probesäcke in getrennten Kübeln und Trögen gesammelt, im Anschluss abgewogen und die jeweiligen Gewichtsanteile ermittelt und aufgezeichnet.

Es fanden sich in den Proben auch immer wieder Fehlwürfe, angefangen von Blechdosen über Kunststoffverpackungen bis hin zu Fast-Food Verpackungen inklusive Essensreste. Nur weil Burger und Pommes in einer Papiertüte serviert werden, gehört der Inhalt noch lange nicht in die Altpapiertonne.

Dass die Sortierung nicht immer einfach ist, zeigte sich bei den unterschiedlichen Papierarten nach denen getrennt wurde.

Oftmals findet man in den Proben auch nicht zusammengedrückte Kartonschachteln, die in der roten Tonne dann schnell einmal einen Großteil des Platzes wegnehmen. Dies führt unter anderem auch dazu, dass die Container zu schnell überfüllt sind und das Altpapier einfach neben der Tonne abgelegt wird.

Ziel dieser Sortieranalyse ist es, den Papier-VP Anteil in OÖ aktuell zu erheben mit einer Genauigkeit von +/- 1% auf Landesebene. Die Ergebnisse werden auch Einfluss auf die Aktualisierung der Sammel- und Verwertungsquoten für Papierverpackungen in Österreich haben.