Abfalltrennen ist Bürgerpflicht

08.11.2019

Restabfallanalyse zeigt: 55 Prozent sind gar kein Restabfall!

Wer richtig und optimal trennt, sollte theoretisch nur mehr wenig Restabfall in die Tonne schmeißen! Jährlich produziert jedoch jeder Einwohner rund 116 kg Restabfall. Viele BürgerInnen fragen sich täglich: Was darf denn nun überhaupt hinein? Diese Unsicherheit spiegelt sich auch in der Restabfallanalyse OÖ 2018/2019 wider – denn es zeigte sich, dass rund 55 % des Restabfalls eigentlich noch verwertbar wäre!

Im Zuge der Restabfallanalyse OÖ 2018/2019 wurden rd. 11.400 kg händisch sortiert. In Summe wurden 496 Einzelstichproben (360 Einzelstichproben im Herbst 2018 und 136 Einzelstichproben im Frühjahr 2019) mit einem Durchschnittsgewicht von rd. 23,0 kg analysiert. Durchgeführt wurde die Analyse von der pulswerk GmbH in Zusammenarbeit mit der FHA GmbH. Die Probeauswahl wurde wissenschaftlich begleitet von der BOKU Wien – Institut für Abfallwirtschaft.

Die %-Zusammensetzung in Masseprozent des Restabfalls in OÖ zeigte, dass rd. 31 % biogene Abfälle im Restabfall zu finden sind. Diese teilen sich in vermeidbare Lebensmittelabfälle mit rd. 15 % und zusammengefasst Organik Haushalt und Organik Garten mit rd. 16 % auf. Der Anteil an Verpackungen (KST-VP, Papier/Karton-VP, Glas-VP, sonstige LVP und Metall-VP) beträgt rd. 17 %, wobei Kunststoffverpackungen (KST-VP) hierbei den größten Anteil mit rd. 6 % ausmachen. In Anbetracht des geringen Gewichts von Kunststoffen ist dies eine sehr große Menge, die fälschlicherweise im Restabfall landet. Problemstoffe und Elektroaltgeräte (EAG) haben zwar wenig Anteil an der Zusammensetzung des Restabfalls, haben dort aber absolut nichts verloren. Vor allem Batterien, Akkus oder nicht entleerte Spraydosen führen immer wieder zu Bränden in Entsorgungsbetrieben und richten Schäden in Millionenhöhe an!

Abfalltrennen ist Bürgerpflicht

Abfalltrennung ist im Übrigen keine freiwillige Leistung, sondern die Pflicht eines jeden Bürgers! Denn es gibt ein allgemeines Trenngebot für Haushalte, die von der Gemeinde angebotenen Sammlungen im ASZ bzw. bei den Containerstandplätzen oder den gelben Sack und Papiertonne vor dem Haus auch zu nutzen. Bioabfälle gehören, wie der Name schon sagt, in die Biotonne oder auf den hauseigenen Komposthaufen. Elektroaltgeräte und eben Problemstoffe gehören unbedingt ins ASZ!

Der „Rest“, der dann noch übrigbleibt und nicht mehr sinnvoll verwertet werden kann, gehört tatsächlich in die schwarze Restabfalltonne vor dem Haus. Auch jene Altstoffe und Verpackungen, die verschmutzt oder in unhygienischem Zustand sind. Im Vergleich zu den stofflich verwertbaren Altstoffen oder biogenen Abfällen ist die Restabfallentsorgung die kostspieligste Art und wird über die Abfallgebühr, die jeder Bürger zahlt, finanziert. Je weniger Restabfall also in der Tonne landet, desto niedriger sind die Entsorgungskosten und desto mehr wird zugunsten der Ökologie recycelt!