Feuerwehrübung im ASZ Zell an der Pram – Realitätsnahes Szenario stärkt Zusammenarbeit

26.05.2026

Zu einer angenommenen Akkuexplosion eines unsachgemäß entsorgten E Scooters im Altstoffsammelzentrum (ASZ) wurden am 11. April 2026 die Feuerwehren der Gemeinde Zell an der Pram alarmiert. Die drei Feuerwehren Zell an der Pram, Blümling und Krena führten gemeinsam mit dem Roten Kreuz Riedau eine groß angelegte Frühjahrsübung durch. Als Szenario wurde eine Explosion mit anschließendem Brand im ASZ angenommen, bei der sich mehrere Personen im Gebäude befanden.

Die Übung greift ein hochaktuelles Thema auf: In Abfallbehandlungsanlagen kommt es zunehmend zu Bränden, die auf falsch entsorgte Akkus und Batterien zurückzuführen sind. So verzeichnet etwa die Sortieranlage für den „Gelben Sack“ der Firma TriPlast regelmäßig mehrere Brandereignisse pro Woche, die überwiegend durch Lithium‑Ionen‑Akkus verursacht werden. Neben der unmittelbaren Gefährdung für das Personal führen solche Vorfälle auch zu Stillständen und erheblichen wirtschaftlichen Schäden. Erst Anfang Mai musste auch die Firma Katzlberger in Mettmach einen Brandeinsatz bewältigen – ausgelöst durch einen falsch entsorgten Akku im Restabfall. Nur durch umsichtiges Handeln eines Mitarbeiters und das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte größerer Schaden verhindert werden.

Im Übungsszenario führte die Explosion zu mehreren Brandherden sowie zu einer massiven Verrauchung des Gebäudes. Während sich einige Personen selbstständig retten konnten, galten mehrere zunächst als vermisst. Unmittelbar nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte wurde ein umfassender Innenangriff zur Personenrettung und Brandbekämpfung gestartet. Die Lage erwies sich als besonders anspruchsvoll, da es wiederholt zu kleineren Folgeexplosionen kam. Zusätzlich wurde im Zuge der Lageerkundung festgestellt, dass sich der Brand bereits auf den angrenzenden Bahndamm der ÖBB ausgebreitet hatte. Nach der raschen Sperre des Bahnverkehrs und der Abschaltung der Oberleitung konnte auch dieser Gefahrenbereich sicher abgearbeitet werden. Parallel dazu suchten Atemschutztrupps nach den vermissten Personen, retteten diese und übergaben sie dem Roten Kreuz zur weiteren Versorgung. Für die Einsatzkräfte des Roten Kreuzes stellte die Übung ebenfalls eine große Herausforderung dar – unter anderem mussten eine Reanimation durchgeführt sowie eine schwer verletzte Person intensiv versorgt werden. Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung bauten die Feuerwehren Blümling und Krena eine längere Zubringleitung auf. Die Einsatzkoordination erfolgte über die jeweiligen Einsatzleitfahrzeuge der beteiligten Organisationen.

Insgesamt waren 48 Feuerwehrmitglieder, sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes Riedau sowie ein Vertreter der ÖBB beteiligt. Als Beobachterinnen und Beobachter nahmen unter anderem die ASZ‑Leiterin von Zell an der Pram, Monika Schneiderbauer, die ASZ‑Leiterin aus Taufkirchen an der Pram, Maria Seitz – die selbst aktives Mitglied einer Feuerwehr ist, sowie Bürgermeister Martin Tiefenthaler teil.

Bei der abschließenden Nachbesprechung konnten zahlreiche wertvolle Erkenntnisse gewonnen und Abläufe weiter optimiert werden. Der Bezirksabfallverband Schärding lud die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend zu einer gemeinsamen Jause ein, um den Übungstag kameradschaftlich ausklingen zu lassen.

Im Namen des Roten Kreuzes Riedau wurde ein besonderer Dank an die Freiwilligen Feuerwehren ausgesprochen. Die Übung habe eindrucksvoll gezeigt, wie entscheidend die enge Zusammenarbeit aller Einsatzorganisationen im Ernstfall ist. Besonders hervorgehoben wurde das reibungslose Zusammenspiel zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei sowie den beteiligten Kräften der ÖBB. Klare Kommunikation, koordinierte Abläufe und das hohe Engagement aller Beteiligten ermöglichten die erfolgreiche Bewältigung eines äußerst realistischen Einsatzszenarios. Solche Übungen sind von unschätzbarem Wert, um Abläufe zu festigen, Schnittstellen zu optimieren und die Sicherheit der Bevölkerung nachhaltig zu gewährleisten. Gemeinsam zeigen Feuerwehr, Rotes Kreuz und ihre Partnerorganisationen, wie durch professionelle und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Ernstfall Leben gerettet werden können.


Fotos: FF Zell an der Pram