Vergabeabschluss oö Müll-Lösung gem. IFG
Abfallentsorgung für oö Haushalte weitere 10 Jahre gesichert
Seit Mitte 2026 konnte die oö BAV Abfallbehandlungsgmbh (kurz BAVA) die Entsorgung der Rest- und Sperrabfälle aus den Haushalten Oberösterreichs wieder vertraglich sichern. In einem aufwendigen Vergabeverfahren könnte sich die Bietergemeinschaft aus EnergieAg Umweltservice GmbH und Linz Service GmbH als Bestbieter durchsetzen und gewährleistet die Entsorgungssicherheit über weitere 10 Jahre!
Gemäß Informationsfreiheitsgesetzt geben wir aktiv dazu folgende Daten bekannt:
Vertragslaufzeit: 1.7.2026 bis 30.6.2036
Behandlungsanlagen:
- Müllverbrennung (MVA) der EnergieAg in Wels
- Restabfallaufbereitungsanlage (RABA) der LinzService Gmbh in Kombination mit dem Reststoffheizkraftwerk Linz Nebingerknoten der Linz AG
Beide Anlagen können durch Auskopplung der Energie in Form von Fernwärme Gas als Primärenergie substituieren. Die Verbrennungsrückstände (Aschen) werden von den Anlagenbetreibern auf der Deponie Wels bzw. der Deponie Asten abgelagert.
Entsorgungssicherheit:
Beide Anlagen gewährleisten eine gegenseitige Ausfallshaftung, d.h. bei Störfall oder Revision einer Anlage, übernimmt die andere Anlage. Die Mengen der BAVA (als größter Einzelkunde) werden prioritär behandelt.
Jährliche Vertragsmenge: mind. 130.000 to Restabfall und 30.600 to Sperrabfall der Schlüsselnummern SN91101,91105,91401 und mit der Hausmüllabfuhr miterfasstes Rechengut (SN94701) und Sortierreste aus Kompostierung (SN91102).
Mengenzuteilung:
| Restabfall | Sperrabfall | |
| MVA Wels | 80 % | 90 % |
| RABA Linz | 20 % | 10 % |
Im Umkreis von etwa 30 km um die Behandlungsanlagen werden die Abfälle direkt angeliefert, rd. 38 % der Gesamtmenge (von den Gemeinden beauftragte Müllsammelfahrzeuge). Für größere Entfernungen werden die Abfälle (in Summe rd. 62% der Menge) in den 15 von der BAVA beauftragten Umladestationen (siehe Tabelle unten) auf größere Transportfahrzeuge umgeladen und auf der Straße zu beiden Behandlungsanlagen gebracht. Ein Transport auf der Schiene ist mangels Infrastruktur im ländlichen Raum nicht möglich oder wirtschaftlich darstellbar.
Die Transporte wurden ebenfalls durch ein Ausschreibungsverfahren beschafft, wobei der Einsatz von „sauberen Fahrzeugen“ gemäß Straßenfahrzeugebeschaffungsgesetz (E-LKW oder Einsatz von synthetischen Treibstoffen) einzuhalten ist und auch der garantierte Prozentsatz an sauberen Fahrzeugen als ökologisches Kriterium in der Bestbieterermittlung berücksichtigt wurde.
Abfallqualität: nicht gefährlicher Siedlungsabfall aus Haushalten, ausgenommen explizit genannte Störstoffe (wie leicht entzündliche und giftige Abfälle, Metallspäne und -stäube, KMF-Abfälle, XPS Platten,…)
Preisregelung und Wertsicherung: es wurde ein Behandlungspreis je Gewichtstonne vereinbart, der jährlich wertgesichert ist mit 85 % des Verbraucherpreisindex VPI 2020.
| 1 | Gerling | |
| 2 | Neufelden | |
| 3 | Katsdorf | |
| 4 | Steyr | |
| 4 | Waldneukirche | |
| 5 | Raab | |
| 6 | Ort | |
| 7 | Mettmach | |
| 8 | Braunau | |
| 9 | Jeging | |
| 10 | Handenberg | |
| 11 | Bad Ischl | |
| 11 | St. Wolfgang | |
| 12 | Inzersdorf | |
| 13 | Mondsee | |
| 14 | Gschwandt | |
| 15 | Redlham |
Landesweiter Kostenausgleich bleibt aufrecht
Die 15 BAV und die Städte Wels und Linz haben ihre Rest- und Sperrabfälle auch über die neue Vertragslaufzeit an BAVA syndiziert (gebündelt eingebracht) und weiterhin einem solidarischen Kostenausgleich über Behandlung und überregionaler Logistik (Umladung und Weitertransport) aller Gesellschafter zugestimmt (Clearingvertrag). D.h. unabhängig der Entfernung der Gemeinden zu den Behandlungsanlagen rechnet BAVA je Abfalltonne einheitlich einen gleichen, rechnerisch gemittelten Behandlungs- und Logistikbeitrag ab.
In diesem wird auch eine kleinere, in St. Pantaleon getrennt entsorgte Teilmenge aus südöstlichen Gemeinden des Bezirkes Braunau einbezogen.
