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Warum werfen wir Lebensmittel weg?

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Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum Lebensmittel im Resmüll landen. Hier sind die wichtigsten im Überblick:

Fehlende Übersicht

Eine Studie (3), in der Haushalte befragt wurden, ergab, dass fehlende Übersicht über die Vorräte zuhause Grund Nummer eins ist. Viele Leute gehen einkaufen, ohne vorher abgeklärt zu haben, was und wie viel sie eigentlich noch an Lebensmittel zu Hause haben. So kommt es besonders bei so genannten „Standardeinkaufsprodukte“ wie Brot oder Milchprodukte dazu, dass sie „sicherheitshalber“ mitgenommen werden, obwohl noch genügend davon zu Hause wäre.

Bestes Mittel dagegen ist Vorbereitung, d.h. vor dem Einkaufen Vorräte checken, Einkaufsliste schreiben und sich an das Aufgeschriebene halten.

Zur Unterstützung der Einkaufsvorbereitung stellen die Umweltprofis einen Einkaufsblock zur Verfügung, der viel Platz für Einkaufslisten und darüber hinaus auch noch wertvolle Tipps für den richtigen Einkauf enthält.

Spontankäufe und Sonderangebote

Erwiesenermaßen haben Spontankäufe und nicht geplante "Angebotskäufe" (zum Beispiel 2+1 gratis, -50%) eine höhere Wahrscheinlichkeit, im Restmüll zu landen als regulär eingekaufte Ware (4). Dies ist darauf zurückzuführen, dass solche Käufe meist zusätzlich und/oder ungeplant getätigt werden und daher oft gar nicht gebraucht werden. Eine besondere Gefahr liegt in so genannten Impulskäufen, die auf verkaufsfördernde Maßnahmen wie Werbung, Verkaufsraumgestaltung, bewusst eingesetzte Gerüche und Musik zurückzuführen sind.

 

Fehlendes Wissen und Fehlinformation

Fast genauso wichtig sind Einstellung und mangelndes Wissen vieler Haushalte. Umfragen haben ergeben (3), dass viele Haushalte nicht genau wissen, was „mindestens haltbar“ eigentlich bedeutet und glauben, dass Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums automatisch weggeworfen werden sollten.

Hier hilft Bewusstmachung und Information. Nur wenn ich weiß, was mich dazu veranlasst mehr zu kaufen als ich verbrauchen kann, kann ich unnötige Impulskäufe vermeiden. Gezielte Aufklärung kann sich hier direkt auf den Abfallberg auswirken.


Darum touren die Umweltprofis mit einer Wanderausstellung zum Thema „bewusst konsumieren“ durch Oberösterreichs Schulen und Veranstaltungen. Die Wanderausstellung informiert über die Methoden der modernen Verkaufspsychologie und gibt wertvolle Tipps für einen (umwelt-)bewussten Einkauf.

 

Einstellung

Eine Frage der Einstellung ist es hingegeben, wenn Haushalte Lebensmittel wegwerfen, weil sie nicht mehr ganz so frisch sind wie am ersten Tag oder weil man nicht mehrmals dasselbe essen will. Für bestimmte Speisen oder Anlässe werden außerdem oft Saucen, Kräuter, Gewürze etc. gekauft (z.B. Grillsaison). Bleibt was übrig, landet es allzu oft im Müll.

Es gibt viele Wege, überschüssige Lebensmittel vor dem Verderben zu „retten“ wie zum Beispiel einfrieren oder verschenken. Eine weitere Möglichkeit wäre ein „Restlessen“ zu dem man auch Freunde und Bekannte einladen könnte.

Wer noch mehr für die Umwelt tun will, kann außerdem auch noch Abfall beim Einkaufen vermeiden, in dem er/sie zum Beispiel eine Mehrwegtragetasche verwendet und Getränke in Mehrwegflaschen kauft. Die Umweltprofis werden noch in diesem Jahr Mehrwegtragetaschen dafür anbieten.

 

 

Quellenangaben:

  • (1)    Schneider F., Lebersorger S.: Untersuchung der Lebensmittel im Restmüll in einer oberösterreichischen
            Region (2009)
  • (2)    Engström R., Carlsson-Kanyama A.: Food losses in food services institutions – Examples from Sweden.
            Food Policy 29 (2004): 203-213
  • (3)    Selzer M.:  Die Entsorgung von Lebensmitteln in Haushalten: Ursachen - Flüsse -
            Zusammenhänge (2010): 50ff
  • (4)    WRAP: WRAP Food Behavior Consumer Researc – Findings from the qualitative phase. In press (2007)

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