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Ergebnisse der Studie "Lebensmittel im Restmüll" zeigen auch in Oberösterreich

Handlungsbedarf!

Jeder oberösterreichische Haushalt entsorgt jährlich im Durchschnitt Lebensmittel und Speisereste im Wert von 277 Euro. Um den Lebensmittelanteil im Restmüll für Oberösterreich zu ermitteln, wurde im Mai 2009 durch das Abfallwirtschaftsinstitut der BOKU Wien eine Restmüllanalyse durchgeführt.

 

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Während in der vorindustrialisierten Zeit hauptsächlich Lebensmittel gegessen wurden, die regional und saisonal angebaut wurden, stehen uns heute Lebensmittel aus allen Ländern der Welt täglich zur Verfügung. Dementsprechend groß ist heute der Aufwand für Erzeugung und Transport eines Lebensmittels: Ein durchschnittliches Lebensmittel geht durch rund 33 Hände, bevor es im Supermarktregal vom Kunden begutachtet werden kann. Es wird dabei von der landwirtschaftlichen Produktion über die Weiterverarbeitung und den Großhandel bis hin zum Einzelhandel und schlussendlich zum Konsumenten transportiert. Nicht zuletzt aus diesem Grund sollte es selbstverständlich sein, mit unseren Lebensmitteln sparsam und verantwortungsvoll umzugehen.

 

Dass dies nicht immer klappt, beweisen die Ergebnisse der Restmüllanalysen. Hier zeigte sich nämlich, dass im Restmüll privater Haushalte viele noch originalverpackte oder nur angebrochene Lebensmittel zu finden sind. Die so entsorgten Lebensmittel stellen nicht nur ein Abfallproblem, sondern auch ein Problem der Ressourcenverschwendung dar. Dies wiederum ist nicht nur unökologisch, sondern auch unökonomisch, da der Haushalt doppelt dafür bezahlt: einerseits für das Produkt, andererseits für die Entsorgung.

 

 

   

Insgesamt beträgt der Anteil an Lebensmitteln und Speiseresten im Restmüll (ohne Zubereitungsreste) rund 14 %, was einer Menge von knapp 15,6 kg pro Person und Jahr entspricht (40 kg pro Haushalt). Etwa ein Drittel der Lebensmittel im Restmüll sind originalverpackt oder originale Lebensmittel. Das heißt, rund 5 kg der weggeworfenen Lebensmittel wurden so, wie sie gekauft wurden, wieder weggeworfen! Rund 8 kg bestehen aus angebrochenen Lebensmitteln und nur den kleinen Rest von rund 2 kg machen Speisereste aus. Diese Zahlen beziehen sich wohlgemerkt nur auf den Restmüll. Nimmt man andere Entsorgungsmöglichkeiten wie Bioabfall oder Abfluss dazu, wäre die Zahl der weggeworfenen Lebensmittel bis zu doppelt so hoch!

Die beste Option zur Reduktion der Menge an Lebensmitteln und Speiseresten ist deren Vermeidung. Das heißt, es zu verhindern, dass diese überhaupt entsorgt werden müssen, indem man sie aufbraucht oder erst gar nicht kauft.  Nur die zweitbeste Option ist die getrennte Sammlung. Nicht die gesamte Fraktion der Lebensmittel und Speisereste ist für die Biotonne bzw. Kompostierung geeignet (z. B. Getränke, Saucen, anhaften de Lebensmittelverpackungen).

 

Je nachdem, ob Fleisch als für Biotonne bzw. Kompostierung geeignet oder als nicht geeignet angesehen wird, wären 90 Prozent bzw. drei Viertel der Lebensmittel und Speisereste im Restmüll kompostierbar. Durch konsequente Vermeidung des Wegwerfens von Lebensmitteln und Speiseresten sowie durch die getrennte Sammlung von kompostierbaren Zubereitungsresten und sonstigen Bioabfällen (Gartenabfälle, Zimmerpflanzen etc.) ließe sich die Masse des Restmülls um rund ein Viertel bzw. 30 kg/EW.a reduzieren. Aufbauend auf den Ergebnissen der Studie soll im kommenden Jahr eine Schwerpunktkampagne zur Reduzierung und Vermeidung von Lebensmitteln im Restmüll gestartet werden. Durch gezielte Bewusstseinsbildung und Information sollen die Konsumentinnen und Konsumenten zu einem bewussteren und verantwortungsvolleren Kaufverhalten animiert werden.


Im Rahmen der Studie "Lebensmittel im Restmüll" wurden auch in OÖ bedenkliche Funde in Restmüllcontainern gemacht.

 

Den gesamten Betrieg können Sie auch gerne downloaden:

 


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