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Informationen zum Thema Lebensmittel im Restmüll

Lebensmittel im Abfall- Ein großes Problem für die Natur!

 

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Die Studie „Lebensmittel im Restmüll“ der BOKU Wien deckte großen Handlungsbedarf in Oberösterreich auf: Jeder oberösterreichische Haushalt entsorgt jährlich im Schnitt 40 kg an Lebensmittel und Speiseresten. Das sind umgerechnet 277 Euro, die jeder Haushalt im Jahr sparen könnte!  Die großen Mengen an Lebensmitteln im Restmüll sind aus vielerlei Gründen nicht nur ein gesellschaftliches Problem, sondern verursachen auch Umweltprobleme:
    • Verschwendung wertvoller Ressourcen. Bei Produktion und Transport von Lebensmitteln werden eine Vielzahl von wichtigen nachwachsenden und nicht nachwachsenden Ressourcen eingesetzt. Studienergebnissen (2) zu folge zählen Lebensmittel mit zu den ressourcenintensivsten und umweltbelastensten Produkten!
    • Unnötige Emissionen von CO2. Bei Transport und Produktion von Lebensmitteln wird eine nicht unwesentliche Menge an Treibhausgasen emittiert. Wirft man also Lebensmittel weg, wird man zum Klimasünder!
    • Höherer Restmüll-Berg. Restmüll wird heute zu großen Teilen verbrannt. Lebensmittel haben jedoch einen sehr hohen Wasseranteil. Darum macht es wenig Sinn, Lebensmittel zu verbrennen.Die Reduktion von Lebensmitteln im Restmüll bedeutet echte Abfallvermeidung. Auch aus diesem Grund ist das Thema ein wichtiges Anliegen der Umweltprofis.

      Die Vermeidung von Lebensmitteln im Restmüll fängt allerdings nicht erst beim Abfall an, sondern am gegenüberliegenden Ende: Schon bei Einkauf, Lagerung und Umgang mit den Lebensmitteln kann viel bedacht werden, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

    Ausschlaggebende Faktoren auf die Lebensmittelmenge im Restmüll (1)

    • Region (Stadt/Land): In ländlichen Regionen werden deutlich weniger Lebensmittel weggeworfen als in der Stadt.
    • Familiengröße (Einfamilienhaus/Mehrfamilienhaus): Pro Kopf landen in Mehrfamilienhäusern mehr Lebensmittel im Abfall als in Einfamilienhäusern.
    • Alter: Ältere Menschen werfen weniger weg als jüngere.
    • Beschäftigung: Mit zunehmendem Beschäftigungsverhältnis werden mehr Lebensmittel weggeworfen.
    • Kein Einfluss hat jedoch das Einkommen:  Haushalte mit niedrigerem Einkommen werfen genauso viel weg wie Haushalte mit höherem Einkommen.

     
        Vergleich der Restmüllzusammensetzung von Land und Stadt, in spezifischen Mengen
        (Quelle: Studie Lebensmittel im OÖ Restmüll)

    Erklärungen, warum Menschen Lebensmittel in den Restmüll werfen

    (Quelle: Glanz, 2008; Selzer)

    Umfrage

    – Übersicht über Vorrat fehlt

    – Frische und Geschmack

    – Spezielle Angebote gekauft

    – Keine Lust, dasselbe öfter zu essen

    – Geschenke durch Dritte

    – Will große Auswahl daheim haben

    – Kaufe Lebensmittel für bestimmte Speisen

    – Einkauf für bestimmte Anlässe

    – Änderung der Lebensumstände

    – Schlechte Lagerung

    Sonstige Erklärungen

    – Wert der Lebensmittel wird nicht wahrgenommen / richtig erkannt

    – Gedankenlosigkeit; Planung und Übersicht fehlt

    – Wissen fehlt (was ist Mindesthaltbarkeitsdatum, wie erkenne ich,
       dass die Milch schlecht ist,…)

    – Methode der Verkaufspsychologie führen zu Mehrkauf
       (Impulskäufe, Werbung,…)

    – Portionsgrößen werden nicht vernünftig eingeschätzt

    Lebensmittel im Abfall fallen aber nicht nur beim Konsum, sondern an allen Stellen der Produktionskette an

     

    Quellenangaben: 

    • (1)    Schneider F., Lebersorger S.: Untersuchung der Lebensmittel im Restmüll in einer oberösterreichischen
              Region (2009)
    • (2)    Engström R., Carlsson-Kanyama A.: Food losses in food services institutions – Examples from Sweden.
              Food Policy 29 (2004): 203-213
    • (3)    Selzer M.:  Die Entsorgung von Lebensmitteln in Haushalten: Ursachen - Flüsse -
              Zusammenhänge (2010): 50ff
    • (4)    WRAP: WRAP Food Behavior Consumer Researc – Findings from the qualitative phase. In press (2007)

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