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Bezirk Rohrbach


FAQ - häufig gestellte Fragen

1. Wer sind die OÖ Umweltprofis?

Die OÖ Umweltprofis sind die 15 Bezirksabfallverbände (BAV), die drei Statutarstädte Linz, Wels und Steyr sowie der Landesabfallverband (LAV) mit den eigenen handelsrechtlichen Unternehmen, insbesondere die OÖ LAVU AG.

2. Was sind die Aufgaben der Gemeinde?

Die Gemeinde ist gesetzlich für die Sammlung der Hausabfälle und haushaltsähnlichen Gewerbeabfälle, die Sammlung der Biotonnenabfälle und Grünabfälle, die Sammlung der Problemstoffe und Elektroaltgeräte & Batterien, die Abfallsammlung an allgemein zugänglichen Plätzen, usw. zuständig. Diese Aufgaben wurden im Bezirk Rohrbach an den Bezirksabfallverband übertragen.

Die Gemeinde erlässt die Abfallordnung, darin werden die Sammelstrukturen (Behältergrößen, Intervalle, Abholgebiete) für die Hausabfall- und Biotonnensammlung verordnet. Die Gemeinden sind außerdem gesetzlich verpflichtet von den Liegenschaftseigentümern eine Abfallgebühr - gemäß Abfallgebührenordnung - einzuheben.

3. Wofür ist der Bezirksabfallverband (BAV) zuständig?

Der BAV ist zuständig für die

  • Information von Haushalten, Betrieben, Anstalten, usw. zur Abfallvermeidung, -trennung und -verwertung
  • Sammlung der Altstoffe (im Altstoffsammelzentrum, an öffentlichen Plätzen, beim Haushalt) und deren Weitergabe zur Wiederverwendung, Verwertung und Behandlung
  • Behandlung von Hausabfall, Sperrabfall und biogenen Abfällen
  • Aufzeichnungs- und Meldepflichten der kommunalen Abfälle
  • Information der Bauherren bei Abbrucharbeiten, usw.

4. Wie funktionieren die Abfallgebühren?

Die abfallwirtschaftlichen Leistungen werden über die Abfallgebühren der Haushalte finanziert. Die Abfallgebühr setzt sich aus dem Abfallsammlungsbeitrag, dem Abfallwirtschaftsbeitrag (AWB) und dem Abfallbehandlungsbeitrag (ABB) zusammen.

Mit der Abfallgebühr ist die Entleerung der Hausabfall- und Papiertonnen, die Bioabfuhr mit dem 15 Liter Bioabfallsack, die Entsorgung und Verwertung der erfassten Abfälle sowie die Benutzung der Altstoffsammelzentren, dezentralen Sammelstellen (Glas), Kompostieranlagen und die Sammlung der sperrigen Abfälle und Bauschuttkleinmengen in haushaltsüblichen Mengen finanziert.

5. Wie profitiere ich von der Altstoffsammlung im ASZ?

Der Bezirksabfallverband (BAV) finanziert die gesamte Infrastruktur der kommunalen Abfallwirtschaft wie Errichtungs-, Betriebs-, Personal-, Sammlungs- und Entsorgungskosten. Der BAV erwirtschaftet aber auch Erlöse aus der Altstoffvermarktung (z.B. Alteisen, Altpapier, Kunststoffverpackungen…). Die dann noch übrig bleibenden Kosten werden als Abfallgebühr an die Bürger weiter verrechnet. Je höher die Erlöse sind und je geringer die Entsorgungskosten (z.B. für Sperrabfall), desto geringer ist die Abfallgebühr.

6. Was passiert mit dem Restabfall?

Restabfall wird ohne weitere Nachsortierung direkt in die Restabfallverbrennungsanlage in Wels oder Linz gebracht. Diese Behandlung ist kostspielig. Von einer Tonne Restabfall verbleiben ca. 300 kg Schlacke zur Deponierung, 2,5 kg Filterkuchen sowie 1,5 kg Gips aus der Rauchgasreinigung. Recycelbare Altstoffe die irrtümlich im Restabfall landen, werden damit sehr teuer vernichtet.

7. Warum kann ich im ASZ nicht einfach alles zum Sperrabfall geben?

Sperrabfall muss in einer abfallrechtlich genehmigten Restabfallverbrennungsanlage mit entsprechender Rauchgasreinigung behandelt werden. Das ist eine sehr kostspielige Angelegenheit. Davon getrennt gesammelte Altstoffe können ökologisch und wirtschaftlich sinnvoller verwertet werden (z.B. Altholz in Biomassekraftwerken, Metallrecycling, Papierrecycling, …).

Für viele Altstoffe können sogar Erlöse erzielt werden. Um eine möglichst effiziente Ressourcennutzung erreichen zu können, steht in den ASZ die getrennte Altstoffsammlung im Vordergrund. Als Sperrabfall werden ausschließlich nicht verwertbare Abfälle, welche zu groß und sperrig für die Restabfalltonne sind, angenommen!

8. Wird eh alles „zusammengschmissen“ und verbrannt?

Alle getrennt gesammelten Altstoffe wieder „zusammen zu schmeißen“ wäre volkswirtschaftlicher Irrsinn! Die Restabfallverbrennung ist eine der teuersten Abfallbehandlungsarten. Außerdem würden durch eine solche Ressourcenvernichtung ein enormer wirtschaftlicher und ökologischer Schaden entstehen.

Verwertungsbeispiele:

  • Europaweit wird mehr Altpapier als frische Holzfaser in der Papiererzeugung eingesetzt.
  • Der Altglaseinsatz in der Produktion beträgt bei Weißglas bis zu 60%, bei Grünglas bis zu 100%.
  • Die europäische Stahlproduktion wird zu 56% mit Schrott abgedeckt.
  • PET-Flaschen werden wieder zu PET-Flaschen oder Fleece, Kunststofffolien wieder zu Folien recycliert.
  • Nicht stofflich verwertbare Kunststoffe werden als hochkalorischer Ersatzbrennstoff für die Industrie aufbereitet.

9. Wer ist für die Sammlung und Verwertung von Verpackungsabfällen verantwortlich?

In Österreich gibt es eine gesetzliche Produzentenverantwortung. Das bedeutet, dass die Inverkehrbringer von Verpackungen diese nach vorgegebenen Quoten sammeln und verwerten müssen. Diese Pflichten werden durch sogenannte Sammel- und Verwertungssysteme (z.B. ARA, AGR, Bonus, Reclay, Interseroh, Landbell, ELS,…) umgesetzt. Der Bezirksabfallverband (BAV) führt die Verpackungssammlung (Kunststoffe, Metallverpackungen, Papier, Glas) im Auftrag und auf Kosten dieser Sammelsysteme durch. Die dabei entstehenden Kosten sind aufgrund der Produzentenverantwortung bereits im Produktpreis für den Endkunden enthalten.

Wer Verpackungsabfälle im Restabfall sammelt, bezahlt deren Entsorgung also doppelt und entzieht der Industrie wichtige Sekundärrohstoffe.

10. Was passiert mit den getrennt gesammelten Kunststoffverpackungen?

In den Bezirken stehen teilweise unterschiedliche Sammelsysteme für Kunststoffverpackungen zur Verfügung. Grundsätzlich gibt es gemischte Sammlungen (z.B. Gelbe Tonne, Gelber Sack) und sortenrein getrennte Sammlungen (ASZ).

  • In den ASZ werden die stofflich verwertbaren Kunststoffarten sortenrein gesammelt (z.B. PET, LDPE-Folien, PS- und PP-Verpackungen, HDPE-Verpackungen). Diese können ohne weitere Sortierung an Recyclingbetriebe verkauft werden. Die hohen Erlöse stützen die Abfallgebühr.
  • Bei der Gelben Sack-Sammlung werden die stofflich verwertbaren Anteile - soweit technisch und wirtschaftlich möglich - in einer Sortieranlage gewonnen. Der nicht weiter sortierbare Rest wird als heizwertreicher Ersatzbrennstoff für industrielle Zwecke aufbereitet und verwertet. Für diese Sammelart können dem Bürger keine Erlöse gutgeschrieben werden.

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