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Bezirk Stadt-Wels


In der Serie "Alles, was Recht ist" wird an Hand von Beispielen gezeigt, wie im Abfallbereich immer wieder bewusst, manchmal aber auch unbewusst, illegale Handlungen gesetzt werden und welche Folgen dies haben kann.

Fallbeispiel 10: Grünschnitt im Mühlbach

Für Grünschnitt gibt es in der Stadt Wels je nach Menge unterschiedliche Entsorgungsmöglichkeiten:

Kleinstmengen können in der Biotonne entsorgt werden. Kleinmengen bis zu einem ½ m³ dürfen zu den Grünschnittsammelstellen gebracht werden. Die Altstoffsammelzentren in der Mitterhoferstraße 100 und am Florianiweg 9 nehmen Mengen bis zu 3m³ an. Noch größere Mengen sind in der Mitterhoferstraße direkt bei der Kompostieranlage der Fa. AVE zu entsorgen. Informationen dazu gibt es am Misttelefon 07242/54060.

 

Fallbeispiel:

Ein kleines Paradies mitten in Wels. Der große Garten von Familie P. wird liebevoll gepflegt und im Sommer fällt viel Rasenschnitt an. Viel zu viel für die Biotonne, die ja schon mit Speiseresten gefüllt ist. Ohne lange zu überlegen, kippt Herr P. das Gras in den vorbeifließenden Mühlbach und meint „Ist ja eh alles bio und zu 100% abbaubar“.

In Wirklichkeit bringt dieses Verhalten jedoch viele Probleme für den Mühlbach. Der Abbau von organischem Material braucht Sauerstoff und verschlechtert die Wasserqualität. Außerdem können die Fischaufstiegshilfen durch das Gras verstopfen und ihre Funktion nicht mehr erfüllen.

Nicht zuletzt hat Herr P. eine Verwaltungsübertretung begangen. Laut OÖ. Abfallwirtschaftsgesetz sind Grünabfälle zu den in der Abfallordnung festgelegten Orten und Sammlungseinrichtungen zu bringen - der Strafrahmen beträgt bis zu 7.500 Euro.

Fallbeispiel 9: Der Wald ist kein Mistkübel

Das Ehepaar Mayr macht fast jedes Wochenende einen Spaziergang durch den Wald in Niederthan. Doch diesmal ist die Freude an der Natur nicht ungetrübt. Liegen doch direkt neben dem Waldweg mehrere volle Abfallsäcke. Einige Säcke sind sogar aufgeplatzt und verteilen ihren Inhalt am Waldboden.

Am Montag meldet das Ehepaar seinen Fund sofort beim Magistrat. Nach einigen Recherchen kann der Verursacher der illegalen Ablagerung herausgefunden und bestraft werden. Der Strafrahmen beträgt nach dem OÖ. Abfallwirtschaftsgesetz 2009 bis zu 7.500 Euro. Diese Entsorgungsmethode könnte also ziemlich teuer kommen.

Fallbeispiel 8: Biotonne ist die Lösung

Frau St. kompostiert. Behauptet sie jedenfalls.

In Wirklichkeit wirft sie alle biogenen Abfälle aus Haus und Garten auf einen Haufen ganz hinten beim Zaun und beachtet sie nicht weiter.

Den Nachbarn stinkt das gewaltig. Dicht gepackter Rasenschnitt fault vor sich hin und die Speisereste ziehen regelmäßig Ratten an.

Von ordnungsgemäßer Kompostierung, wie im OÖ. Abfallwirtschaftsgesetz gefordert, kann hier nicht die Rede sein. Laut Gesetzestext dürfen „keine unzumutbaren Belästigungen für Nachbarn und Nachbarinnen entstehen und ausschließlich  eigene biogene Abfälle pflanzlicher Herkunft eingesetzt werden“.

Eigenkompostierung ist nur dann sinnvoll, wenn der Komposthaufen auch betreut wird. Beim Umsetzen bekommen die Mikroorganismen den nötigen Sauerstoff zugeführt und der Feuchtigkeitsgehalt des Materials ist zu überprüfen.

Die Lösung für Frau St. ist die Bestellung einer Biotonne. Es entstehen für Frau St. dadurch keine zusätzlichen Kosten und sie kann in Frieden mit ihren Nachbarn auf der Terasse bei Kaffee und Kuchen den Garten genießen.

Fallbeispiel 7: Nur Verpackungen dürfen in die Gelbe Tonne

Auf seinem Rundgang wundert sich Hausmeister F. „Ja, warum sind denn unsere Gelben Tonnen noch nicht entleert? Die waren doch schon gestern dran.“
Nach einem kurzen Blick auf den Inhalt  der Tonnen ist jedoch alles klar. Zu viele Fehlwürfe sind in den Tonnen gelandet. Windeln und kaputtes Kinderspielzeug gehören in die Restabfalltonne, der verwelkte Blumenstrauß in die Biotonne und der defekte Staubsauger ins Altstoffsammelzentrum. Auch die Glasflaschen und Metalldosen haben in den Tonnen für Kunststoffverpackungen nichts verloren.

Jetzt heißt es entweder nachträglich aussortieren oder die Tonnen werden gegen Verrechnung ausnahmsweise als Restabfall abgeholt.

Wird der Verursacher gefunden, kann er auch nach dem Bundes-Abfallwirtschaftsgesetz bestraft werden.

Richtige Abfalltrennung zahlt sich also aus, für die Umwelt und für die Geldbörse.

Fallbeispiel 6: Sammelbehälter benützen

Endlich Sommer! Kurt, Felix und Richard nutzen den ersten lauen Abend für ein Picknick an der Traun.

Die Reste der fröhlichen Feier sind leider am nächsten Morgen noch deutlich zu sehen. Getränkedosen, Becher und Folien „schmücken“ den Boden.  Muss das sein? Für Passanten ist es ein Ärgernis, für die Magistratsbediensteten bedeutet das Wegräumen viel Arbeit, für die Gebührenzahler entstehen Kosten.

Wissen die drei Burschen eigentlich, dass sie nach dem OÖ. Abfallwirtschaftsgesetz eine Verwaltungsübertretung begangen haben? Sie haben ihre Altstoffe nicht in die dafür vorgesehenen Sammeleinrichtungen eingebracht. Der Strafrahmen dafür beträgt bis zu 7.500 Euro.

Die Lösung wäre so einfach und heißt "Ab in den Kübel!"

Fallbeispiel 5: Zigaretten auf der Straße

Sie sind zwar klein, dafür aber umso zahlreicher - Zigarettenkippen auf der Straße, auf dem Gehsteig oder in Grünanlagen. Nicht nur, dass das Entsorgen dieser Abfälle jede Menge Arbeit verursacht. Zigarettenstummel, die zum Beispiel in der Wiese liegen bleiben, brauchen Jahre bis zum Zerfall und geben eine Vielzahl an schädlichen Stoffen an die Umwelt ab. Eine einzige Kippe kann an die 50 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen und das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen.

Beispiel: Herr G., ein starker Raucher, ist schon länger unterwegs. Sein Aschenbecher im Auto ist voll. Er möchte nicht riskieren, dass Glutreste seine Autobezüge ruinieren. Beim nächsten längeren Aufenthalt vor einer Ampel leert er also kurzerhand den Inhalt des Aschenbechers auf die Straße.

So nicht, Herr G.! Wer die Straße gröblich verunreinigt, ist nicht nur nach dem OÖ. Abfallwirtschaftsgesetz, sondern auch nach der Straßenverkehrsordnung zur Verantwortung zu ziehen. Abgesehen von den Straffolgen kann Herr G. auch zur Entfernung der Zigarettenkippen oder zur Kostentragung für die Reinigung verpflichtet werden.

Fallbeispiel 4: Verschmutzte Sammeleinrichtungen

Die Welser Bevölkerung kann Sperrige Abfälle kostenlos in den Altstoffsammelzentren  abgeben. Auch sämtliche Elektroaltgeräte werden dort kostenlos angenommen.

Beispiel: In der Wohnung von Familie Z. ist ein neuer Teppich fällig und auch der Kühlschrank muss dringend ersetzt werden. Die ganze Familie hilft beim Einrichten mit und bald strahlt die Wohnung wieder. Allerdings ist da noch jede Menge zu entsorgen.

Kurzerhand bringen Herr Z. und sein Bruder die alten Sachen zu einer  nicht weit entfernten Altstoffsammelstelle. Frau Z., die in ihrer Wohnung sehr auf Ordnung achtet, packt die restlichen Folien und Schachteln zusammen und wirft diese auch gleich noch dazu. Ein besonders gutes Gefühl hat sie dabei allerdings nicht, wenn sie die Sammelstelle jetzt so anschaut.

Nach dem OÖ. Abfallwirtschaftsgesetz hat Familie Z. hier eindeutig eine Verwaltungsübertretung begangen, da die Sammeleinrichtung über das bei ordnungsgemäßer Benutzung übliche Ausmaß hinaus verunreinigt wurde. Der Strafrahmen beträgt bis zu 7.500 Euro.

Eine Fahrt zum Altstoffsammelzentrum hätte viel gebracht. Neben der umweltgerechten Entsorgung zum Beispiel auch ein gutes Gewissen.

Fallbeispiel 3: illegale Entsorgung von Restabfall

Restabfall ist beim eigenen Haus zu entsorgen. Größe und Intervall der Abfalltonne sind nach der anfallenden Abfallmenge zu wählen. Mit dem Konsumverhalten und je nach praktizierter Abfalltrennung kann ein Haushalt diese Menge beeinflussen.

Beispiel: Herr O. ist ein Sparmeister. Für ein Super-Sonder-Billig-Angebot fährt er schon mal quer durch die Stadt und schlägt dann mit Begeisterung und in großer Menge zu.

Bei der Restabfalltonne hat er natürlich nur die kleinste Größe angemeldet. Leider kommt er mit dem Volumen dieser Tonne eigentlich nie aus. Ein gar nicht so kleiner Anteil seiner günstigen Einkäufe landet nämlich ungebraucht gleich wieder beim Abfall.

Der Abfallplatz einer Wohnanlage, der zwei Straßen weiter versteckt hinter Sträuchern platziert ist, kommt ihm da sehr gelegen. In der Dunkelheit wirft er seine überzähligen Abfallsäcke in den großen Container. Unauffällig kehrt Herr O. nach Hause zurück.

Herr O. hat Hausabfälle in fremde Hausabfallbehälter eingebracht. Damit hat er nach dem OÖ. Abfallwirtschaftsgesetz 2009 eine Verwaltungsübertretung begangen, die von der Bezirksverwaltungsbehörde mit einer Geldstrafe von bis zu 7.500 Euro zu ahnden ist.

In Zukunft wird Herr O. auf andere Weise sparen. Im Geschäft kauft er nur mehr das ein, was er gerne isst und auch sicher aufbraucht. Und sollten wirklich mal Lebensmittel ungenießbar werden, dann kommen diese in die Biotonne und die dazugehörigen Verpackungen je nach Material in den Gelben Sack, zum Altpapier oder in die Blaue Tonne.

Fallbeispiel 2: Altstoffsammelstellen

Die Altstoffsammelstellen in der Stadt Wels sind für kleine Mengen, die laufend im Haushalt anfallen, konzipiert. Wer größere Mengen an Altstoffen zu entsorgen hat, bringt diese am besten in eines der beiden Welser Altstoffsammelzentren.

Überfüllte Sammelstellen sind kein schöner Anblick, ziehen weiteren Abfall an und verursachen Mehrarbeit bei der Abholung!

 Beispiel: Für Frau H. ist Abfalltrennung sehr wichtig. Allerdings nimmt sie sich selten Zeit, die gesammelten Altstoffe wegzubringen. So ist ihr Kofferraum mit Kartonschachteln voll gefüllt, als sie endlich die nächstgelegene Sammelstelle aufsucht.

Zwei Schachteln kann sie im Altpapiercontainer noch unterbringen, dann passt nichts mehr rein. „Wird schon mitgenommen“, denkt sich Frau H. und stellt die restlichen Kartonagen neben die Sammelbehälter.

Das sieht Herr B. und macht sich gar nicht mehr die Mühe, seine Flaschen einzeln in die Bunt- und Weißglasbehälter zu sortieren. Er stellt schnell den Sack mit den Flaschen neben die Schachteln und ist auch schon wieder weg.

 Beide Personen haben nach dem OÖ. Abfallwirtschaftsgesetz 2009 eine Verwaltungsübertretung begangen, da sie ihre Altstoffe nicht wie vorgesehen in die Sammeleinrichtungen eingebracht haben. Der Strafrahmen beträgt bis zu 7.500 Euro.

Fallbeispiel 1: Abfallkörbe

„Mist“, denkt sich Herr M., „die Restabfalltonne ist ja schon wieder voll und die nächste Leerung erst übermorgen. Wohin mit meinen Abfällen?“

Und nicht zum ersten Mal bringt er sein volles Plastiksackerl zum öffentlichen Abfallkorb am Ende der Straße. Zwar ist dieser jetzt auch voll und wenn der nächste Passant sein leeres Jausenpapier hineinwerfen will, landet dieses auf dem Boden.

 

Aber Herr M. ist sein Problem los. Glaubt er jedenfalls.

 Nach dem OÖ. Abfallwirtschaftsgesetz 2009 hat Herr M. jedoch eine Verwaltungsübertretung begangen, die von der Bezirksverwaltungsbehörde mit einer Geldstrafe von bis zu 7.500 Euro zu ahnden ist. Denn in die Abfallkörbe auf allgemein zugänglichen Plätzen und Straßen darf nur Abfall hinein, der   u n t e r w e g s   angefallen ist!

 Das könnte also ziemlich teuer kommen!

 Umweltprofi-Tipp:

Wenn die Abfalltonne ständig zu klein wird, einfach die nächste Größe anmelden (07242/235-9120). Fällt nur kurzfristig mehr Restabfall an, entweder beim Magistrat Abfallsäcke kaufen oder den Restabfall gegen Bezahlung im Altstoffsammelzentrum abgeben.


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